vEveresting: Die Community verschiebt eigene Grenzen

1

Die Ironman Weltmeisterschaft 2022 auf Hawaii ist vergangen, das Wochenende liegt hinter uns – sportlich in verschiedenster Weise (und Sportart). Einige von euch haben den Samstag virtuell zusammen verbracht und Jochen Schiller, Mitglied der ersten Stunde bei power & pace, hat diesen Tag einmal Revue passieren lassen: Die Rede ist natürlich vom vEveresting.

Viel Freude beim Lesen und herzlichen Dank, lieber Jochen, für die Idee zusammen mit den „üblichen Verdächtigen“, die Organisation und das Durchkämpfen mit euch „Verrückten“. Ihr seid großartig – allesamt in dieser Community.

“Vermutlich wurde der Samen an einem Wochenende im Weihnachtsurlaub 2020/2021 gelegt. Gert Roschmann, ebenfalls seit Beginn bei power & pace dabei, und ich trafen uns zufällig in der Londoner U-Bahn (natürlich auf Zwift), wo er mich (natürlich und wie immer) überholte. Wir begannen zu chatten und verabredeten ein Zwift-Meetup. Der Rest ist beinahe schon Geschichte: Community-Meetups mit teils Dutzenden von Teilnehmern an jedem Winterwochenende, ein erstes Ostermontagsevent 2021 (die Uber Pretzel mit 3 Finishern und einigen Begleitern), als zweites Ostermontagsevent in 2022 die Full PRL in London mit Stargästen (Frank Wechsel mit beiden Söhnen) und insgesamt 11 Finishern und der bei diesem Anlass entstandenen Idee, zur WM in Kona ein vEveresting zu versuchen.

Die Planungen waren schnell geschafft, ein vorgeschaltetes Event von power & pace steuerte die richtigen Trikots in den Farben der Community bei, durch tri-mag.de hatten wir die nötige Publicity, und so meldeten sich knapp 20 Interessierte für das Meetup an: Start am Samstagmorgen, 08.10.2022, um 10 Uhr mit dem Ziel Alpe de Zwift und ca. achteinhalb Anstiegen mit insgesamt 8848 Höhenmetern. Punkt 10 Uhr eine erste Motivationsspritze durch Frank Wechsel: “Viel Spaß und beste Grüße aus Kona.” Wir durften starten, er konnte noch einmal vor dem Race Day schlafen.

Die üblichen Verdächtigen

Auf Discord fanden sich viele der Starter und noch weit mehr Unterstützer ein, die uns durch den Tag getragen und verbal oder auf Zwift begleitet haben, darunter viele der seit dem Beginn von power & pace “üblichen” Verdächtigen wie Miriam Heine, Emese Möhring, Stefan Daehne, Oliver Dück, Ralf Schlimper (an seinem Geburtstag), Gert Roschmann (mit eigener Party) und viele mehr, aber auch einige weitere Mitglieder von power & pace, die ich bisher noch nicht wahrgenommen hatte. Die Community verbindet einfach, und das ist neben allem sportlichen Erfolg wohl das Schönste an diesem Programm.

Die Zeit verging wie im Flug, und ich konnte zumindest für mich feststellen, dass die Belastung bei guter Verpflegung für lange Zeit nicht schlimmer wurde, sondern jedes mal “nur” gleich schmerzhaft war. Der Start auf Hawaii kam näher und kurz davor eine weitere Motivationsspritze aus Hawaii: Frank Wechsel vom Boot, kurz vor Dienstbeginn, mit ersten Eindrücken des Tages. Für uns war der Rennstart eine willkommene Abwechslung, weil sich so die mentale Belastung weiter beherrschen ließ, und weitere Mitglieder im Sprachchannel von Discord dazukamen. Wir hatten inzwischen nun wirklich über alles gesprochen, das es zu besprechen gab; von Barfußlaufen bis zum Weltfrieden. Zu fortgeschrittener Stunde noch eine letzte Motivation aus Kona, diesmal vom Motorrad aus: “Ich fahre gerade hinter zwei Norwegern her.” Zum Glück mit Fahrer.

Mental herausgefordert

Es wurde spät, die letzte Auffahrt kam, und ich musste feststellen, dass die mentale Belastung der wesentliche Aspekt wurde. Mir gingen noch 300 Höhenmeter vor dem Ziel Gedanken ans Aufgeben durch den Kopf. Das einmal mit der Community geteilt, und schon brüllte man mich weiter den Berg hoch; einer inzwischen aus dem Whirlpool. Community rocks, danke, meine Freunde.

Nach gut 12 bis gut 16 Stunden, abhängig auch vom jeweiligen Setup, konnten wir vier Finisher eine damit sehr erfolgreiche Aktion feiern: Johann Maillard, René Utech, Werner Mastalir und mich. Es war ein großer Tag, neue Freundschaften sind entstanden, die Hall of Fame von everesting.cc (Hells 500) hat neue Mitglieder, und ich persönlich habe beschlossen, nie wieder auf ein Bike zu steigen. Ist aber egal, Hells 500 bietet auch Möglichkeiten für ein Run Everesting (supported oder unsupported), ein Stair Climbing Everesting und einiges mehr. Stay tuned …”

Wie ihr gelesen habt, ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, verrückte Ideen kennen kein Limit und mit dieser Community, mit euch scheint alles möglich zu sein. Wir als Team von power & pace sagen: RESPEKT! Und danke, dass ihr Teil dieses Programms seid. Wir sind jetzt schon voller Vorfreude auf das nächste außergewöhnliche Event von euch. Erholt euch alle gut und bleibt hungrig!

Vorheriger ArtikelLet’s go long
Nächster ArtikelZum Wiedereinstieg: Training verstehen
Die Sportmanagement-Absolventin Jule Bartsch ist Projektleiterin des Trainingsprogramms power & pace. Mit dem Rookie-Programm 2021 feierte sie ihren Einstand im spomedis-Team. Die Triathletin ist seit Ende 2017 auf der Mitteldistanz unterwegs und konnte sich in ihrem ersten Rennen direkt für The Championship 2019 qualifizieren. Sie freut sich darauf, auch in Zukunft noch mehr Erfahrungen auf der Mitteldistanz zu sammeln.

1 Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.